Programm Fachtagung

Sonntag, 6. November

18:00 Uhr

Get together

Für alle Teilnehmenden, die bereits Sonntagabend in Darmstadt sind.
Es gibt eine kleine Karte mit veganen Speisen und viel Zeit für persönlichen Austausch. Eine verbindlich Anmeldung ist erforderlich. Bei Interesse bitte bei der Tagungsreservierung Bescheid geben. Das Get togehter findet auf Selbstzahler-Basis statt.

Montag, 7. November

08:00 Uhr

Registrierung

Bitte halten Sie hierzu das Ticket mit QR-Code zum Scan bereit.

09:00 Uhr

Begrüßung & Grußwort

Begrüßung: Dr. Susanne Veser
Grußwort: André Schellenberg

09:15 Uhr

Claudia Kammann

Pflanzenkohle als Underdog der NETs: Stand der Forschung und Zukunftsvision

Prof. Dr. Claudia Kammann
Hochschule Geisenheim University, Deutschland

Mittlerweile gelangt die Erkenntnis, dass wir zur Einhaltung zumindest des zwei-Grad Ziels nicht nur eine drastische Reduktion der CO2-Emissionen brauchen, sondern auch eine CO2-Entnahme aus der Atmosphäre (Negativemissionen) benötigen, immer mehr in die breite Öffentlichkeit. Wie aber wird Pflanzenkohle aus Sicht der Forschergemeinschaft wahrgenommen, die sich mit globaler Modellierung, Ökonomiemodellen und der ganzen Palette möglicher Negativemissions-Technologien beschäftigen, wie gut findet Pflanzenkohle Eingang in die IPCC-Berichte? Der Vortrag von Claudia Kammann beleuchtet den „Underdog“ Status von Pflanzenkohle im Konzert der intensiv beforschten NETs und widmet sich vielversprechenden Anwendungen und möglichen künftigen Forschungs- und Entwicklungsfeldern für die Herstellung von neuartigen Pflanzenkohleprodukten wie Komposit-Düngemittelkarbonisaten oder Stadtbaumsubstraten, auch vor dem Hintergrund veränderter Landschaftsgestaltung und nutzung. Gerade hier gilt: Es „geht“ so viel mehr als nur Holz!

Dr. Kammann, geboren 1967, studierte von 1988 bis 1995 Biologie an den Universitäten Bayreuth und Kiel, Deutschland, und promovierte 2001 anschließend im Bereich Biogeochemie an der Justus-Liebig-Universität Gießen, Deutschland. Ihr erster Forschungsschwerpunkt lag auf den Auswirkungen steigender atmosphärischer CO2-Konzentrationen auf die Treibhausgasemissionen der potenten THG N2O und CH4 unter Verwendung einer FACE-Plattform (FACE = free air CO2 enrichment). Postdoc-Forschungen in Gießen, Irland und Neuseeland entlang dieser inzwischen bestätigten positiven Rückkopplungsmechanismen, die die globale Erwärmung beschleunigen, weckten bei C. Kammann das Interesse an Pflanzenkohle als (landwirtschaftliche) CDR-Technik. Im Jahr 2014 nahm C. Kammann den Ruf der Hochschule Geisenheim auf die Professur für Klimawandelfolgenforschung für Sonderkulturen an. Sie ist Autorin oder Koautorin von 88 begutachteten Publikationen (H-Index 47). Ihre Forschungsaktivitäten reichen von der Entwicklung von C-Senken-Düngemitteln auf Basis von Pflanzenkohle bis zur Implementierung von Agri-Photovoltaik im Sonderkulturanbau. Ihre Leidenschaft gilt der Entwicklung innovativer Anpassungs- und Minderungsstrategien für nachhaltige und klimaresistente Agrarökosysteme und urbane Gebiete, die für beide Seiten Vorteile für die Praxis erzielen („win-win“ Lösungen).

Keynote Vortragssprache: DE/EN Vortrag: ONLINE/präsenz

10:00 Uhr

Kaffeepause

10:30 Uhr

Paal Jahre Nilsen

VOW Biokohle aus Abfall unter Verwendung von Mikrowellen, direkter elektrischer Erhitzung oder Synthesegas

Dr. Paal Jahre Nilsen
Scanship, Asker, Norwegen

VOW Asa bietet Pyrolyse-Technik für die Dekarbonisierung der Industrie an. Das Konsortium betreibt mehrere Test-/Pilotanlagen und ist an zahlreichen Forschungs- und Entwicklungs-Projekten beteiligt. Der Vortrag bietet neue Erkenntnisse zu Biokohlen aus Abfallfraktionen die an Industriestandorten und Forschungs- und Entwicklungs-Anlagen gewonnen wurden. Das neue mikrowellen-gestützte Pyrolyse-System wird detailliert vorgestellt.

Paal Jahre Nilsen ist bei Scanship Vizepräsident für den Bereich Innovation. Er hat im Bereich Strömungslehre promoviert und verfügt über 20 Jahre Erfahrung im Forschungs- und Entwicklungs-Bereich der Öl- und Gas-Industrie. Seit 14 Jahren betreibt er Forschung und Entwicklung im Bereich Biogas und Abfallwirtschaft und konzentriert sich derzeit auf die Themen Biokohle und thermische Veredelung von Biomasse.

Vortragssprache: DE/EN Vortrag: ONLINE/präsenz

11:00 Uhr

Berta Moya

Pflanzenkohleproduktiuon aus Reisspelzen - ein Abfallstrom wird zur Lösung für den Klimaschutz

Dr. Berta Moya
carbonfuture GmbH, Freiburg, Deutschland

Die Pflanzenkohleherstellung aus Reisspelzen bietet die Gelegenheit einen Kreislaufwirtschafts-Ansatz zu verwirklichen, die Bodenqualität und landwirtschaftliche Produktion zu verbessern, einen signifikanten Beitrag zur Verringerung von Methan-Emissionen im Reisanbau zu leisten und zusätzlich eine stabile Kohlenstoffsenke zu schaffen. Kohlenstoffsenken-Zertifikate dienen dazu Reisbauern für ihre Klimadienstleistung zu entlohnen und die Wirtschaftlichkeit ihrer Betriebe deutlich zu verbessern.

Berta Moya ist Biochemikerin und Umweltingenieurin, die sich leidenschaftlich damit beschäftigt Abfälle zu Wertstoffen zu veredeln und damit dem Klimawandel entgegen zu wirken. Sie verfügt über breite internationale Erfahrung im Zusammenhang mit den Themen Wasser, Nahrungsmittel, Abfall und Energie und ist seit vielen Jahren in der Pflanzenkohle-Industrie tätig. Bei Carbonfuture hilft sie Pflanzenkohleherstellern Zugang zum Kohlenstoffsenkenzertifikate-Markt zu bekommen und entwickelt Methodologien für neuartige Ansätze zum Kohlenstoffentzug.

Vortragssprache: DE/EN Vortrag: ONLINE/präsenz

11:30 Uhr

Vorstellung der Silber- und Goldpartner

in Form von dynamischen Pecha-Kucha-Präsentationen

12:15 Uhr

Mittagspause

inklusive ist ein Mittagesbüffet mit vegetarisch/veganen Speisen und Softgetränke

13:15 Uhr

Postersession und Partnerausstellung

Poster

  • Veredeln statt verbrennen ─ Praktische Erfahrungen mit der Karbonisierung von kommunalem Klärschlamm im großtechnischen Maßstab
    Karin und Dr. Steffen Heinrich

  • Evaluation of selected environmental risk indices of cadmium in biochar amended tea-growing soil
    Arup Borgohain

  • PYROCHAR - Erweiterung von Biomasse-Substraten für zusätzliche Energie- und Pflanzenkohleproduktion
    Stephan Gutzwiller

  • Direkter Vergleich einer strohbasierten Pflanzenkohle mit Pflanzenkohlen aus holziger Biomasse in einem Weißkohl-Gewächshausversuch
    Jannis Grafmüller

  • Wasserunkräuter in den Tropen – die am schnellten nachwachsende Biomasse für Pflanzenkohle
    Walter Danner

  • Two-way reuse of sewage sludge through co-composting with sludge derived biochar
    René Schatten

  • Landwirtschaftliche Produktion von Pflanzenkohle aus Gras
    Dr. Thomas Heinrich

  • Easy2Clean: Herstellung von Pyrolysaten aus festen Gärprodukten einer kommerziellen Biogasanlage zu einem Handelsprodukt. Untersuchung der Eignung von Pyrolysaten aus Biogasanlagen zur Substitution von Torf, Stalleinstreu sowie alternative Filtermaterialien zur Rückgewinnung von Nährstoffen
    Christoph Thomsen

Partnerausstellung

Goldpartner

  • Biomacon GmbH
  • Carbuna AG
  • Carbon Standards International AG

Silberpartner

  • Klimafarmer GmbH
  • ProE Bioenergie GmbH
  • Pflanzenkohlekaufen.de

14:15 Uhr

Gerhard Soja

Knochenkohlen aus Schlachthaus-Abfällen: Nährstoff-Recycling aus Problemstoffen

Dr. Gerhard Soja
AIT Austrian Institute of Technology und Universität für Bodenkultur, Wien, Österreich

In dieser Fallstudie wird gezeigt, wie die festen und flüssigen Abfälle eines Schlachthofes durch den Einsatz von Pyrolyse und anaerober Vergärung zu einem für die Landwirtschaft geeignetem Düngemittel gemacht werden können und dadurch den Mineraldünger-Einsatz an Stickstoff und Phosphor reduzieren.

Umweltwissenschafter mit den Schwerpunkten Pflanzenproduktion, Bodenforschung und Klimawandel-Bekämpfung. Absolvent der Universität für Bodenkultur Wien und der Donau-Universität Krems. Habilitiert für das Fach „Angewandte Pflanzenphysiologie“. Aufbau des „Österreichischen Vereins für Biomasse-Karbonisierung (ÖBIKA) “ seit 2020, derzeit Obmann des Vereins.

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14:45 Uhr

Torben Halfer

Woher kommt die Biomasse? Lieferkettenentwicklung im Bereich energiereicher Schüttgüter

Torben Halfer
Brüning Group, Fischerhude, Deutschland

Woher kommt die Biomasse? Was kostet die Biomasse? Die Brüning Group ist im Bereich der Ver- & Entsorgung von energieliefernder Rohstoffe/Schüttgüter tätig. Nationale und internationale Warenströme sind nötig um eine preislich interessante Verfügbarkeit der Biomasse gewährleisten zu können.

Als Projektmanager für den Bereich der strategischen Firmenentwicklung / (Technik, Neue Märkte & Produkte) bin ich zuständig für die Koordination, Planung, und Umsetzung der Projekte. In der Tätigkeit als verantwortlicher Qualitäts & Zertifikatsmanager der Brüning Group, bin ich für das QMS verantwortlich, inklusive der Planung und Durchführung von Audits und interne Schulungen.

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15:15 Uhr

Christoph Storm

Circular Store – regionale Reststoffe werden zu Rohstoffen

Christoph Storm
Circular Store, Felde, Deutschland

Die Nutzung regionaler Reststoffen wird als Königsweg der nachhaltigen Rohstoffnutzung gesehen. Die Projekte scheitern jedoch häufig an der Verfügbarkeit kleiner Mengen für Tests oder am Aufbau stabiler Lieferketten. Christoph Storm stellt Ihnen den Circular Store vor, der diese Probleme löst und Sie bei der Beschaffung und Verarbeitung von Reststoffen, wie auch bei der Entwicklung innovativer Produkte unterstützt.

Nach dem Studium ging es für Christoph Storm in die bis dahin ungekannte Welt des Recycling und der Stoffströme. Sein Fokus lag von Beginn an auf der Produktentwicklung. Die Tätigkeit bei der Firma Schierbecker gab ihm dann die Möglichkeit, Reststoffbeschaffung und -nutzung konzeptionell zu überdenken und das Projekt Circular Store mit ins Leben zu rufen.

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15:45 Uhr

Kaffeepause

Süßes, Salziges und Gesundes

16:15 Uhr

Nadav Ziv (PhD)

"CompoChar" – Das neue schwarze, erdenlose Kultursubstrat, das sogar besser als Torf ist

Dr. Nadav Ziv
Earth Biochar ltd, Hod Hasharon, Israel

Die meisten erdelosen Substrate sind natürliche, nicht-erneuerbare Ressourcen, die Umweltschädigungen verursachen. CompoCharTM ist ein Pflanzenkohle-Substrat, das aus Holzabfällen und kompostiertem Klärschlamm hergestellt wird. CompoChar verfügt über Macro- und Micro-Elemente und bietet ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Wasserhaltevermögen, Drainage und Belüftung. Darüber hinaus bindet 1 Tonne CompoChar 1,2 t atmosphärisches CO2.

Nadav Ziv ist der Geschäftsführer und Forschungs- und Entwicklungsmanager von Earth Biochar ltd. Seine Ausbildung führte von einem BSc in Medizinwissenschaft, über einen MSc in Biochemie, bis zu einem Doktortitel in Neurobiologie. Earth biochar nahm seinen Anfang als Hinterhof-Lösungskonzept für landwirtschaftliche Abfälle. Heute ist Earth biochar ein Partner von OR Recycling Park, der größten Recyclinganlage für Bioabfälle in Israel.

Vortragssprache: DE/EN Vortrag: ONLINE/präsenz

16:45 Uhr

Christoph Gareis

Das Helsinki Klärschlamm-Pflanzenkohle-Projekt

Christoph Gareis
Helsinki Region Environmental Services Authority, Finnland

Bei der Suche nach einer zukunftsträchtigen und nachhaltigen Behandlungsmethode für Klärschlamm, wurde die Pyrolyse als beste Variante angesehen. Im Rahmen eines einjährigen Betriebs einer Pilotanlage wurden Informationen über die Eignung und Zuverlässigkeit der Technik, die Qualität der Erzeugnisse und Betriebsdaten erhoben. Der Vortrag erläutert die Hintergründe und Ergebnisse des Projekts.

Nach seinem Studium der Agrarwissenschaften an der TU-München/Weihenstephan war Christoph Gareis bei einem deutschlandweit tätigen privaten Entsorgungsunternehmen für die Planung, Errichtung und Betreuung von Bioabfallkompostierungsanlagen in Nordbayern zuständig. Seit 2002 leitet er die Behandlung organischer Abfälle im Umweltzweckverband der Hauptstadtregion in Finnland.

Vortragssprache: DE/EN Vortrag: ONLINE/präsenz

17:15 Uhr

Robert C. Brown

Kohlenstoffsenken mit Maisstroh

Prof. Dr. Robert C. Brown
Iowa State University, Ames, IA, USA

Dr. Brown ist Professor für Ingenieurswissenschaften und Gary und Donna Hoover Lehrstuhlinhaber für Maschinenbau der Iowa State University (ISU). Er ist der Gründungsdirektor und derzeitige Kodirektor des Bioökonomie Instituts der ISU. Darüber hinaus ist er Honorarprofessor für chemische und biologische Verfahrenstechnik, Agraringenieurwesen und Biosystemtechnik, sowie Ernährungs- und Lebensmittelkunde. Seine Forschungsschwerpunkte umfassen zukunftsweisende Biokraftstoffe, Plastikabfallveredelung und kohlenstoffentziehende Energiesysteme. Prof. Dr. Brown hat über 300 wissenschaftliche Papers und Buchbeiträge, sowie das Buch Biorenewable Resources: Engineering New Products from Agriculture veröffentlicht, das weltweit als Lehrbuch verwendet wird.

Vortragssprache: DE/EN Vortrag: ONLINE/präsenz

19:00 Uhr

Konferenz-Dinner in der Orangerie

Vegan/vegetarisches 3-Gänge-Menü inkl. Getränke (Wein und Wasser).
Das Abendessen ist im Tagungspreis enthalten. Den gemeinsamen Fußweg starten wir um 18:30 Uhr. Wir bitten um Vorabinfo, sollte ein Autotransfer erforderlich sein.

Dienstag, 8. November

08:00 Uhr

Gerald Dunst

Alles Kohle - Stabilisierung von Organik ohne Ausnahme

Gerald Dunst
Sonnenerde GmbH, Österreich

Gerald Dunst ist Inhaber der Firma Sonnenerde und betreibt seit 2012 eine Verkohlungsanlage mit der er im Lauf der Zeit viele Versuche mit den verschiedensten Materialien durchgeführt hat. Organische Reststoffe wie Papierfasern, Getreidereinigungsabfälle oder Steinobstkerne sind für jedermann klar. Spannender wird es bei Abfällen wie Windeln, Schlachthausabfällen, Klärschlamm bis hin zu Restmüll. Im Fokus stehen dabei Überlegungen, wie aus dem verkohlten Material nutzbringende und vermarktungsfähige Produkte hergestellt werden können. In jedem einzelnen der erwähnten Fälle ist dies auch möglich und zumindest in ersten Versuchen gelungen. Weiter legt Sonnenerde Wert auf die Herstellung von ganz speziellen Eigenschaften der Produkte. Durch verschiedene Behandlungsverfahren können die Oberflächen modifiziert und dadurch bestimmte Eigenschaften verbessert werden.

Keynote Vortragssprache: DE/EN Vortrag: ONLINE/präsenz

08:45 Uhr

Maria-Elena Vorrath

Doping? Ja, bitte! Wie modifizierte Gesteinsverwitterung PyCCS auf die nächste Ebene katapultieren kann

Dr. Maria-Elena Vorrath
Institut für Geologie, Universität Hamburg, Deutschland

Die Kombination von modifizierten Verwitterungsverfahren mit PyCCS, aber auch die Co-Pyrolyse von gemahlenem Gestein mit Biomasse ("mineral doping") lässt diverse Synergieeffekte bezüglich des Kohlenstoffentzugspotenzials, der Beständigkeit des enthaltenen Kohlenstoffs und der Nährstoffversorgung erwarten. Unter dem Namen PyMiCCS werden Labor-, Feld- und Modellstudien durchgeführt, die Nährstoffkonzentration/-speicherfähigkeit, Hydrologie, Bodenorganismen und Spurenmetalle untersuchen.

Dr. Maria-Elena Vorrath ist Meeresgeologin, Biochemikerin und Science Slammerin, die genug hat von politischer Trägheit und Ingoranz angesichts der Klimakrise. Um eine schnell skalierbare CDR-Technologie zu entwickeln untersucht sie im DFG-geförderten Projekt PyMiCCS (Teil von CDRterra) Synergieeffekte von modifizierter Gesteinsverwitterung und PyCCS in der Landwirtschaft. Fest anschnallen, es ist allerhöchste Eisenbahn!

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09:15 Uhr

Felix Ertl

Pflanzenkohle aus Kakaobohnenschalen – eine kommerzielle Demonstrationsanlage für zirkuläre Bioökonomie

Felix Ertl
Circular Carbon GmbH, Hamburg, Deutschland

Die Circular Carbon GmbH betreibt die erste Anlage zur Herstellung von Pflanzenkohle ihrer Art in Deutschland und produziert neben Dampf auch Pflanzenkohle aus Kakaobohnenschalen, einem Reststoff aus der Kakao-Herstellung in Hamburg. Die Anlage führt vor, wie in einem kommerziellen Betrieb durch die Herstellung von Pflanzenkohle aus Reststoffströmen Transportwege reduziert werden können, Prozessenergie vor Ort zur Verfügung gestellt und ein Industriebetrieb in die Klimaneutralität gebracht werden kann. Pflanzenkohle aus Reststoffen dient der Erhaltung wertvoller Nährstoffe wie z.B. Phosphor und ermöglicht es ausgelaugte Böden wieder lebendig und fruchtbar zu machen. Circular Carbon plant derartige Anlagen auch in Anbaugebieten zu errichten, wo die Pflanzenkohle Möglichkeiten zur Wiedergewinnung ursprünglicher Anbaugebiete bietet und Böden von einer Kohlenstoff-Quelle in eine Kohlenstoff-Senke verwandeln kann.

Felix Ertl ist 38 Jahre alt, Mitbegründer der Circular Carbon GmbH und blickt auf 12 Jahre Erfahrung im Bereich Pyrolysetechnologie-Entwicklung und Projektdurchführung zurück. Er hat Maschinenbau und nachhaltige Energietechnik an der Hochschule Würzburg-Schweinfurt und dem Royal Institute of Technology in Stockholm studiert. Seine erste Start-Up-Erfahrung machte er 2010 als Mitbegründer der PAMOJA Cleantech AB, einem Energie-aus-Abfall-Projekt in Uganda, bei dem Maisspindeln pyrolysiert werden und durch welches er auf Pflanzenkohle als unglaublichen Ausgangsstoff für verbessertes Pflanzenwachstum stieß.

Vortragssprache: DE/EN Vortrag: ONLINE/präsenz

09:45 Uhr

Kaffeepause

10:15 Uhr

Matthias Plöchl

Pflanzenkohle aus Gärprodukt im Kreislauf Stall, Acker, Biogasanlage

Dr. Matthias Plöchl
B3 Projektbetreuung GmbH, Potsdam, Deutschland

Pflanzenkohle, aus Gärprodukt und Restholz durch Pyrolyse hergestellt, wird im Stall eingebracht, um hier Stroh teilweise zu ersetzen und die Stallluft von Ammoniak zu entlasten. Der mit Pflanzenkohle versetzte Stallmist wird in der Biogasanlage eingesetzt und später als Wirtschaftsdünger ausgebracht. Pflanzenkohle trägt somit zur Verbesserung der Bodeneigenschaften bei.

Geschäftsführer der B3 Projektbetreuung (B3). Die B3 wurde am 2017 gegründet mit dem Ziel Projekte und Studien in Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen Einrichtungen und Landwirtschaft zu bearbeiten und zu betreuen. Matthias Plöchl hat umfassende Erfahrung in der biologischen und technischen Optimierung des Biogasprozesses.

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10:45 Uhr

Christina Funk

Die organische Beschichtung von Pflanzenkohlen kann deren Auswirkungen verstärken

Christina Funk
Hochschule Geisenheim University, Institut für Angewandte Ökologie, Deutschland

Es werden Ergebnisse aus zwei Topfversuchen vorgestellt, bei denen unterschiedlich vorbehandelte Pflanzenkohlen verschiedener Ausgangsmaterialien auf deren Auswirkungen auf den Ertrag von Spinat sowie auf Nitratauswaschung und Lachgasemissionen aus einem sandigen Boden untersucht wurden. Pflanzenkohlen aus Stroh zeigten die geringste Umweltbeeinflussung bei gleichzeitig höchsten Erträgen.

Christina Funk, geboren 1988, studierte Agrarbiologie an der Universität Hohenheim. Während der Masterarbeit kam sie zum ersten Mal mit Pflanzenkohle in Kontakt. Derzeit promoviert sie an der Hochschule Geisenheim University und untersucht den Einfluss unterschiedlicher Pflanzenkohlen auf Lachgasemissionen und Nitratauswaschung aus sandigen Böden sowie den Ertrag von Nutzpflanzen.

Vortragssprache: DE/EN Vortrag: ONLINE/präsenz

11:15 Uhr

Andreas Aicher

Pflanzenkohle zur Reinigung von Grauwasser in einem begrünten Fassadenmodul

Andreas Aicher
Bauhaus-Universität Weimar, Deutschland

In der Abwasserwirtschaft kann man Pflanzenkohle mit den viele positive Eigenschaften in der Reinigung nutzen. Bei dem Projekt VertiKKA z.B. zur Reinigung von Grauwasser in einem begrünten Fassadenmodul. Abwasserreinigung am Ort des Anfalls, Kühlung der Städte und zur Verfügung stellen von Beregnungswasser sind einige der vielen Vorteile dieser Technik.

Wissenschaftlicher Mitarbeiter und Promotionsstudent an der Bauhaus-Universität Weimar. Arbeitsbereiche sind die Neuartigen Sanitärsysteme (NASS), Integration von (Ab-)Wasser in kreislauforientierten Systemen in der Stadt und Erforschung neuer Techniken zur Abwasserreinigung. Betreuung der Grauwasserreinigungsleistung im Projekt VertiKKA.

Vortragssprache: DE/EN Vortrag: ONLINE/präsenz

12:15 Uhr

Mittagspause

Inklusive ist ein Mittagesbüffet mit vegetarisch/veganen Speisen und Softgetränke.

13:30 Uhr

Exkursion

Zur Karbonisierungsanlage des Kompostwerks Darmstadt inkl. Bus-Transfer. Die Teilnehmerzahl ist auf 80 Personen beschränkt. Eine Anmeldung ist bei der Ticketbuchung erforderlich. First come - first served.